Die Geowissenschaften gehören zu den Naturwissenschaften und beschäftigen sich mit dem Aufbau und der Entwicklung der Erde. Durch die Beobachtung heute ablaufender Prozesse, aus der Gelände- und Laboruntersuchung von Gesteinen und auf der Grundlage physikalisch-chemischer Wirkungsweisen werden allgemeingültige Gesetzmäßigkeiten abgeleitet. Ob bei der Erkundung und Gewinnung von Rohstoffen, der Bereitstellung von Wasser oder beim Hoch- und Tiefbau: In fast allen gesellschaftlichen Bereichen werden geowissenschaftliche Kenntnisse benötigt. In den letzten Jahrzehnten haben Aufgaben, wie zum Beispiel die Gewinnung geothermischer Energie, die Untersuchung von Klima- und Umweltveränderungen, die Rekultivierung von ehemaligen Bergbaugebieten und das Ressourcenmanagement (z.B. Sicherung der Trinkwasserqualität), zunehmende Bedeutung erhalten.

Das Bachelor Studium gliedert sich in eine zweijährige Grundausbildungs- und eine einjährige Aufbauphase. In den ersten beiden Studienjahren erfolgt eine solide Grundausbildung in den Fächern Chemie, Mathematik und Physik, außerdem werden die wesentlichen Grundlagen aller geowissenschaftlichen Teildisziplinen obligatorisch vermittelt. Das hohe Wahlpflichtangebot ermöglicht auch schon im frühen Stadium des Studiums eine weitgehende Konzentrierung auf eines der drei Fächer Geologie, Geophysik und Mineralogie, grundsätzlich steht es den Studierenden aber auch frei, einen breiten, fächerübergreifenden Ansatz zu wählen.

Es werden drei Vertiefungsrichtungen angeboten, die eine gezielte Vorbereitung auf die Studienrichtungen des Master-Studiengangs ermöglichen. Im Modulkatalog werden entsprechende Empfehlungen für die Belegung der Aufbaumodule gegeben.

In der Vertiefungsrichtung Geologie werden der Aufbau, die Struktur und die Geschichte der Erde, die Entwicklung der Kontinente und Ozeane, die Bildung und Zerstörung von Gebirgen und die Entstehung von Ablagerungsräumen und Sedimenten untersucht. Sie liefert die Basisinformationen für die Gewinnung von Rohstoffen. Sie hat die Aufgabe, die Lebensgrundlage der Menschen - wie Boden und Wasser - langfristig und nachhaltig zu sichern.

In der Vertiefungsrichtung Geophysik werden die physikalischen Eigenschaften der Erde untersucht und dabei grundlegende Fragen über die physikalische und thermische Entwicklung der Erde und den Aufbau der Kontinente gestellt. Die Struktur kleinräumiger Erdbereiche wird mit geophysikalischen Methoden und numerischen Modellen untersucht.

Die Vertiefungsrichtung Mineralogie ist analytisch und experimentell ausgerichtet und durch die physikalische und chemische Charakterisierung von Mineralen und Gesteinen gekennzeichnet. Diese Untersuchungen geben wichtigen Anregungen für die Entwicklung technisch bedeutender Festkörper wie Metalle, Halbleiter, Baumaterial, Gläser, Keramik und neuen Materialien, die zu wesentlichen Bestandteilen im täglichen Leben geworden sind.